Checkliste vor und nach dem Start mit Shopify Plus

Shopify · 12 Min. Lesezeit

Jerry Abrahamson

Jerry Abrahamson

Gründer & CEO • 12. Oktober 2021

Checkliste vor und nach dem Start mit Shopify Plus

Unabhängig von Vorbereitung und Ressourcen ist der Start eines neuen Shops oder ein Plattformwechsel immer stressig. Shopify ist oft deutlich einfacher als andere Plattformen, doch Fehler bleiben möglich. Deshalb brauchst du eine solide Teststrategie.

Dieser Leitfaden behandelt die Vorbereitung eines Shopify- oder Plus-Shops. Es wird aber shopspezifische Punkte geben, etwa besondere Datenmigrationen, eigene Apps, komplexe Integrationen oder weitere Frontend-Plattformen bei einem Headless-Shop. Diese individuellen Aspekte sind möglicherweise nicht enthalten. Für Hinweise zu deinem Fall schreib an success@trychargezen.com.

Der Artikel konzentriert sich auf Aufgaben unmittelbar vor und nach dem Start. Er ist deshalb am Ende von Migration und Gestaltung hilfreich. Vorher solltest du diese Punkte erledigt haben:

  • Steuern und Versand einrichten und gründlich testen, einschließlich Integrationen, Rabatten und korrekten Positionen.
  • Alle Kunden und Bestellungen migrieren und die Daten prüfen.
  • SEO optimieren und Datenmigration sowie Weiterleitungen kontrollieren.
  • Kontoinhabern Reaktivierungs-E-Mails senden.
  • Alle Apps und externen Dienste für Abos, Werbung, Empfehlungen und weitere Funktionen einrichten.
  • Integrationen einschließlich Einwilligungen, Abmeldungen und Datenübertragung vorbereiten.
  • Notfallmaßnahmen für Probleme während des Starts vorbereiten.
  • Alle transaktionalen und ereignisgesteuerten E-Mails einrichten und testen.
  • Die Website auf gute Performance optimieren.
  • Benutzerakzeptanztests abschließen und sämtliche Bereiche für den Start freigeben.
  • Zahlungsanbieter einrichten und gründlich im Test- oder Sandbox-Modus prüfen.
  • Integrationen unter Beteiligung von Kundenservice, Finanzen und anderen internen Verantwortlichen ausführlich testen.
  • Alle Shopify-Einstellungen einrichten und anwenden.

Wenn diese Punkte abgeschlossen sind oder geeignete Maßnahmen für auftretende Probleme bereitstehen, kannst du den Start deines neuen Shops organisieren.

CHECKLISTE VOR DEM START

FAQ-Seite vorbereiten und Kundenservice informieren

Während des Starts werden Kunden vermutlich anrufen oder schreiben, um Probleme zu melden oder Fragen zu stellen. Das gilt besonders für Personen, die ihr Konto noch nicht aktiviert haben und sich nicht anmelden können. Bereite dein Supportteam und die FAQ-Seiten darauf vor. Ein Aktivierungshinweis auf der Anmeldeseite ist ebenfalls wichtig für Nutzer, die ihr Konto aktivieren müssen und dabei nicht weiterkommen.

Die bisherige Website als Referenz sichern

Halte vor dem Start eine Sicherung der alten Website für zwei Monate bereit. So kannst du sinkende Kundenbindung, Inhaltsänderungen oder SEO-Probleme vergleichen. Nutze einen lokalen oder passwortgeschützten Server und bewahre Bestellungen sowie weitere Daten für den Kundenservice auf. Das hilft auch bei zusätzlicher Migration nach dem Start.

Die bisherige Website in den Wartungsmodus versetzen

Nach Vorbereitung des Teams und Sicherung des alten Shops aktiviere den Wartungsmodus mit HTTP-Status 503 und einer Wartungsseite. Diese sollte einfach, klar formuliert und für alle Geräte optimiert sein.

Zahlungen in den Produktionsmodus versetzen und Bestellungen testen

Kurz vor dem Start wechselst du alle Zahlungsmethoden vom Test- oder Sandbox-Modus in die Produktion. Bei Shopify Payments oder direkten Lösungen genügt eine Checkbox. Weniger verbreitete Methoden benötigen möglicherweise einen Wechsel zum Hauptkonto, andere API-Schlüssel oder weitere Schritte.

Berücksichtige Abos oder einen anderen Checkout in deiner Planung. Bei internationalen Shops musst du das für jeden einzelnen durchführen.

Nach dem Wechsel aller Methoden in allen Shops bereite Zahlungstests vor, die Berichte, Erstattungen und Integrationen abdecken. Alle wichtigen Verantwortlichen sollten beteiligt sein.

Externe Dienste mit echten Konten und URLs produktiv einrichten

Prüfe, dass alle Drittanbieter bereit und im Produktionsmodus sind. Bei der Suche müssen beispielsweise nach DNS-Änderung und Entfernung der Passwortseite die Basis-URL geändert und Produktdaten erneut synchronisiert werden. Das gilt für sämtliche Anbieter in allen Shops.

Auch Adressprüfungen können etwa im Sandbox-Modus stehen. Deshalb musst du alle externen Dienste kontrollieren.

Andere Systeme auf Produktion vorbereiten

Alle Systeme müssen produktiv eingerichtet sein. Die meisten ERP-Systeme bieten zunächst eine Testumgebung und werden später mit einer vorhandenen oder neuen Produktionsinstanz verbunden. Das gilt für alle Shopify-Bereiche. Auch die Integrationen Produktion <> Produktion und alle Middleware-Schichten sollten gründlich getestet sein.

Google Tag Manager veröffentlichen und prüfen

GTM muss in allen Shops korrekt eingerichtet sein; die Container müssen veröffentlicht und bereit sein. Vorher solltest du alle Pixel und Trackingfunktionen in GTM eingebunden und den passenden Data Layer eingerichtet haben.

Domains vorbereiten und auf Shopify verweisen

Da Shopify keine Unterordner für internationale Websites anlegen kann, ändern sich bei internationalen Shops vermutlich einige Domains, sofern du keine Headless-Architektur nutzt. Richte diese Subdomains früh ein und verweise sie auf Shopify, damit du den Ablauf für die Hauptumstellung kennst.

Eine Umfrage für Fehler und Rückmeldungen erstellen

Sammle Daten und Fehlerbeispiele über eine dezente Feedbackanfrage auf der Website und eine Umfrage auf der Bestellbestätigung zu Ablauf, Fehlern und NPS. Das kann auch zur Verfolgung bestimmter Sitzungstypen und Heatmaps wichtiger Seiten dienen. Solche Beobachtung ist entscheidend, um Fehler schnell zu beheben.

Google Analytics und Search Console vorbereiten

Vervollständige die Einrichtung in allen Shops und Domains. Dazu gehören neue Verweisausschlüsse für Zahlungsanbieter, Domainausschlüsse und andere notwendige Änderungen.

SEO-Prüfung

SEO gehört meist zu den wichtigsten Faktoren für Erfolg oder Scheitern eines Plattformwechsels. Auch nach umfangreicher Optimierung solltest du diese entscheidenden Bereiche prüfen:

  • Fehlerfreie Migration: Alle Inhalte müssen auf der neuen Website vorhanden sein; Metadaten und zusätzliche Formulare müssen unter anderem erhalten bleiben.
  • Noindex-Logik und kanonische URLs wie vorgesehen und passend zur alten Website einrichten.
  • hreflang korrekt konfigurieren, einschließlich Sonderfällen wie Produkten in nur einzelnen Shops.
  • Alle Weiterleitungen in allen Shops exakt zuordnen und testen, idealerweise anhand von mindestens drei Jahren Analytics-Landingpages, Sitemaps und Produktfeeds. Auch dynamische Seiten wie Filter einbeziehen.
  • Ausreichendes Markup für strukturierte Daten bereitstellen.
  • Die SEO-Verantwortlichen müssen nach dem Start alle 404-Fehler verfolgen und beheben, Search Console verifizieren und Sitemaps einreichen. Adressänderungen vorher planen.

Abschließender Integrationstest

Prüfe vor dem Start alle Integrationen erneut, besonders jetzt im Produktionsmodus. Weise unterschiedliche Rollen zu: Finanzen kann Berichte zu Rabatten, Geschenkkarten, Erstattungen und Shopguthaben prüfen; das Betriebsteam kontrolliert abschließend den Bestand.

Bei einem Middleware-Anbieter muss auch dessen Einrichtung gründlich geprüft werden. Feldzuordnungen und eigene Logik sind typische Fehlerquellen während des Starts und gehören in die Prüfung.

Shop-Passwort entfernen und DNS ändern

Wenn alle Schritte erledigt und zufriedenstellend sind, kannst du das DNS der Domains umstellen und die Entfernung der Passwortseite vorbereiten. Prüfe anschließend vorsichtshalber, dass kein websiteweites noindex aktiv ist.

Das sind die wichtigsten Kategorien für die meisten Shopify-Shops. Sonderfälle können weitere erfordern.

Bezahlte Werbung pausieren und URLs prüfen

Vor dem Start muss alle bezahlte Werbung deaktiviert sein. Ordne die neuen URLs sämtlichen Anzeigen und Kampagnen zu, damit du sie später wieder aktivieren kannst.

Alle Testdaten entfernen

Lösche vor dem Start Testprodukte, Testkunden und weitere Testdaten. So bleibt der Shop sauber und du vermeidest ungewöhnliche Erlebnisse, etwa Testprodukte in Suchergebnissen.

Achte beim Start besonders auf diese unerwarteten und typischen Probleme:

  • Datenfeeds verarbeiten Varianten nicht richtig
  • Abo-Bestandsverwaltung ist falsch eingerichtet
  • SEO-Migration im Hauptshop korrekt, in internationalen Shops jedoch nicht
  • E-Mails in internationalen Shops nicht deaktiviert, etwa extern versendete Transaktions-E-Mails oder Warenkorbabbruch-Nachrichten
  • Einzelne Bereiche internationaler Shops noch im Testmodus, etwa externe Dienste oder Zahlungen
  • Unveränderte Basis-URLs für Suche, Empfehlungen oder Bewertungen
  • Falsche Verarbeitung von Steuern oder Rabattpositionen
  • Fehlende Weiterleitungen
  • Neue Domains fehlen in Einstellungen, etwa internationale Subdomains in Analytics-Domainausschlüssen

CHECKLISTE NACH DEM START

Bevor echte Verkäufe beginnen, solltest du verschiedene Website- und Systembereiche testen, damit nichts fehlt. Diese Prüfungen helfen beim erfolgreichen Start:

Datenfeeds prüfen

Wenn die Website läuft, kannst du bezahlten Traffic wieder aktivieren. Aktualisiere dafür die Feeds für Google Shopping, Bing Shopping und Facebook-Produktanzeigen. Sie müssen vor der Aktivierung bestätigt werden, sind aber relativ einfach einzurichten.

Search Console verifizieren, XML-Sitemap und Adressänderungen einreichen

Prüfe und bestätige alle Search-Console-Profile. Dafür ist ein Verifizierungscode auf der Website nötig, sofern kein anderer Weg funktioniert.

Kontrolliere, dass alle XML-Sitemaps hochgeladen und validiert sind und Adressänderungsanträge etwa für internationale Subdomains eingereicht wurden.

Allen Kunden Reaktivierungs-E-Mails senden

Nach dem Start erhalten Kunden eine Reaktivierungs-E-Mail, damit sie ihre Konten aktivieren und behalten können. Nutze deinen E-Mail-Anbieter, um Öffnungen und Klicks zu verfolgen und Nichtöffner erneut anzuschreiben. Exportiere die E-Mail-Adressen aller Kontoinhaber samt Aktivierungslinks und lade sie beim Anbieter hoch. Auch das sollte vor dem Start getestet worden sein.

Integrationen

Alle Bestellungen müssen durch die Integrationen korrekt verarbeitet werden. Berücksichtige:

  • Verschiedene Lieferarten
  • Gemischte Warenkörbe mit Abos und normalen Bestellungen
  • Verarbeitung von Benachrichtigungen
  • Vollständige und teilweise Erstattungen
  • Shopguthaben
  • Bestandsänderungen
  • Rabattcodes
  • Geschenkkarten
  • Verschiedene Zahlungsmethoden

Umgang mit 404-Fehlern

Richte ein Verfahren zur Überwachung ein, weise die Aufgabe dem Team zu und reagiere möglichst schnell auf 404-Seiten.

Conversion-Tracking und Google Analytics testen

Nach dem Start kannst du Analytics ausreichend prüfen. Achte auf:

  • Trackingparameter bleiben bei Weiterleitungen erhalten, bezahlter Traffic wird korrekt erfasst und direkter Traffic steigt nicht ungewöhnlich an.
  • Internationaler Traffic wird in einer Gesamtansicht und lokalen Ansichten korrekt erfasst.
  • Lokale Ansichten verwenden lokale Währungen; in der Hauptansicht funktioniert die Umrechnung.
  • Neue Verweisausschlüsse für Shop Pay, andere Zahlungsmethoden und internationale Domains sind vorhanden.
  • Benötigte eigene Dimensionen und Ereignisse sind eingerichtet und funktionieren.
  • Eigene Berichte über Probleme und andere Themen sind eingerichtet und betriebsbereit.

Prüfe außerdem sämtliche externen Pixel und das Conversion-Tracking.

Weiterleitungen umfassend testen

Das hat nach dem Start hohe Priorität. Crawle die Liste mit Deep Crawl oder Screaming Frog und prüfe, ob alle Ziel-URLs Status 200 zurückgeben. Ein anschließender Bericht sollte Weiterleitungsketten, falsche Ziele und weitere Probleme aufdecken.

Mehrere Testbestellungen durchführen

Lass nach dem Start möglichst viele Personen Testbestellungen aufgeben, um Fehler zu finden. Beispiele für Testkriterien:

  • In allen Shops testen.
  • Vollständige und teilweise Erstattungen prüfen.
  • MOTO-Bestellabläufe testen.
  • Jede Zahlungsmethode mit unterschiedlichen Bestellungen prüfen, einschließlich Aktionscodes, Geschenkkarten, Anmeldung und weiterer Rabatte.
  • Auf verschiedenen Geräten bestellen.

Abschließende Gedanken

Mache dich mit technischem SEO vertraut, insbesondere Crawling und dynamischen Seiten. Produkt-, Bestell- und Kundendaten müssen korrekt sein und reibungslos durch Shopify und weitere Systeme fließen. Wenn ein Schritt fehlt, schreib an success@chargezen.com. Ecomtarget ist eine Agentur, die wachsende Marken fehlerfrei auf Shopify und Shopify Plus bringt. Sie arbeitet mit deinem Team und übernimmt die technischen Abläufe, damit du dich auf Wachstum konzentrieren kannst.

Jerry Abrahamson

Geschrieben von

Jerry Abrahamson

Jerry ist Gründer und CEO von Chargezen und hilft Marken, nachhaltige Omnichannel-Geschäfte aufzubauen. Er hat über 10 Jahre Erfahrung im Omnichannel-Handel und mit SaaS und hilft Marken mit Leidenschaft dabei, wiederkehrende Umsätze aufzubauen.

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