Du hast Produkte oder Dienstleistungen gewählt und dein Shop läuft. Jetzt musst du Besucher gewinnen, von denen einige zu zahlenden Kunden werden.
Weltweit gibt es schätzungsweise 12 bis 24 Millionen Onlineshops, täglich kommen neue hinzu. Lass dich vom Wettbewerb nicht abschrecken: Weniger als eine Million verkaufen für mehr als US$1.000 im Jahr. Für engagierte Gründer bleibt viel Platz.
Mit Engagement meine ich, Besucher in deinen Shop zu bringen. Weniger Traffic bedeutet wahrscheinlich weniger Käufer.
Je mehr Besucher du gewinnst, desto mehr Verkäufe sind wahrscheinlich. Sie müssen jedoch bereits Interesse an deinen Produkten oder Leistungen haben.
Andernfalls bleiben Verkäufe aus und die Absprungrate steigt. Langfristig schadet das, weil Googles Algorithmus deine Website negativ wahrnimmt.
Für die meisten Shops gibt es fünf Hauptquellen für Traffic.
Suche
Viele Käufer beginnen direkt bei Google, Bing oder Yahoo. Erscheinen deine Angebote in Anzeigen oder organischen Suchergebnissen, kann das deutlich mehr Besucher und damit Verkäufe als die meisten anderen Quellen liefern.
E-Mail-Marketing ist besonders für B2B-Unternehmen wichtig. Die dadurch gewonnenen Besucher zeigen, wie ansprechend und wirksam deine Nachrichten sind: Leser haben auf einen Link geklickt und ihr Postfach verlassen.
Direktzugriffe
Sie kommen von Kunden und Interessenten, die deine URL kennen und direkt eingeben. Manchmal waren sie schon dort und die Browserleiste erinnert sich an die Adresse.
Soziale Medien
Dieser Traffic entsteht durch Kampagnen oder Aufmerksamkeit für deine Produkte und Dienstleistungen in sozialen Netzwerken.
Empfehlungen
Empfehlungs-Traffic entsteht durch Kunden oder Affiliate-Websites, die direkt auf deinen Shop verlinken, statt durch Suchmaschinen.
Alle Quellen können kostenlose Besucher liefern. Für kostenpflichtige Maßnahmen solltest du Folgendes berücksichtigen:
- Die demografische Zielgruppe
- Deine Branche
- Unternehmensgröße und Ziele
- Dein Budget
KOSTENLOSEN TRAFFIC FÜR DEINEN SHOPIFY-SHOP GEWINNEN
1. Soziale Medien
Soziale Netzwerke sind das Eingangstor zu deiner Website. Du gewinnst vorhandene Nutzer für deinen Shop, interagierst und stärkst deine Markenidentität. Aktive, mit dem Shop verlinkte Konten machen es leichter, dich zu finden.
Facebook ist beim Website-Traffic unübertroffen. Es liefert etwa zwei Drittel der Social-Media-Besuche in Shopify-Shops und ganze 85 % der daraus entstehenden Bestellungen.
Erstelle Konten oder reaktiviere bestehende. Beteilige dich an großen Gruppen, deren Mitglieder sich für deine Produktkategorie interessieren.
Bitte Freunde und Familie, deinen Seiten zu folgen und Beiträge zu teilen. Das wirkt vielleicht nebensächlich, bringt deinen Shop aber sofort vor ein sonst vielleicht unerreichbares Publikum.
Diese Maßnahmen führen Besucher aus sozialen Medien in deinen Shop:
. Profile optimieren
Wer mehr über dein Unternehmen erfahren möchte, schaut ins Profil oder in die Biografie. Vermittle schnell deinen Nutzen und deine Tätigkeit.
. Soziale Bestätigung nutzen
Vor dem Kauf suchen Menschen Bewertungen, Empfehlungen und Erfahrungen früherer Nutzer. Diese soziale Bestätigung umfasst beispielsweise Testimonials, Rezensionen und Kommentare.
Sie gibt deiner Markenerfahrung eine menschliche Stimme. Integriere sie in Websiteinhalte oder die Über-uns-Seite.
. Inhalte leicht teilbar machen
Jemand liest einen großartigen Blogbeitrag und möchte ihn teilen. Fehlt eine einfache Möglichkeit, geht er wieder.
Platziere Teilbuttons direkt beim Inhalt für verschiedene Plattformen. Zeige die bisherige Zahl der Teilungen als Beleg, dass andere ihn ebenfalls teilenswert finden.
. Inhalte mit Auszügen bewerben
Teile Auszüge oder Vorschauen samt Link, um zum Weiterlesen auf deiner Website anzuregen. Du kannst auch Social-Media-Storys mit deiner Website verbinden und dort anzeigen.
Bewirb außerdem ältere, weiterhin relevante Inhalte, die neue Follower interessieren.
. Dein Publikum einbinden
Stelle offene Fragen, die Interaktion und Antworten ermöglichen. Nutze Ja-Nein-Fragen, Mehrfachauswahl, Umfragen oder interaktive Quizze mit Preisen.
. Schnell reagieren
Ein Wettbewerber hat vielleicht mehr Budget oder bessere Inhalte. Deine Marke gewinnt dennoch, wenn du reagierst und echte Beziehungen aufbaust.
Beantworte möglichst viele Kommentare. Das vermittelt Wertschätzung. Manchmal kannst du auf ergänzende Informationen auf deiner Website verlinken.
Integriere Kundenservice, damit Fragen und Beschwerden schnell beantwortet werden. Das Erlebnis zählt für Betroffene und zeigt Interessenten, wie du sie behandeln wirst.
. Visuell arbeiten
Nutzer reagieren stärker auf Bilder, Infografiken, Videos und Präsentationen als auf reinen Text. Sie schaffen emotionale Verbindungen und starke Reaktionen und machen Inhalte interaktiver und verständlicher.
Nutze Bilder allein oder mit Bildunterschriften. Bevorzuge authentische Fotos statt Stockmaterial, damit Besucher sich mit Mitarbeitenden und Kunden verbinden.
. Verkaufs- und Informationsbeiträge teilen
Überwiegend werbliche Beiträge sind in Ordnung, solange sie nicht aufdringlich wirken. Teile auch lehrreiche Inhalte. Handlungsaufforderungen sollten Wert bieten, etwa eine Aktion oder positive Botschaft. Mehr Beteiligung und Traffic erreichst du durch Interesse am Kunden.
. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Gute Inhalte funktionieren zu manchen Tageszeiten besser. Um drei Uhr nachts schlafen viele. Später sehen sie den Beitrag möglicherweise nicht mehr, weil Netzwerke neuere Beiträge zuerst zeigen.
Wähle Zeiten für maximale Sichtbarkeit anhand deiner eigenen Daten statt allgemeiner Empfehlungen. Wann ist dein Publikum online, aufgeschlossen und interaktiv?
2. Produkte kostenlos bei Google Shopping listen
Als Google im April 2020 kostenlose Shopping-Anzeigen einführte, entstanden neue Möglichkeiten für Händler.

Du kannst Produkte jetzt kostenlos im Shopping-Tab anzeigen. Dafür brauchst du ein Google-Merchant-Konto und einen optimierten Produktdatenfeed.
Die kostenlosen Anzeigen können deine Kategorie stärker überfüllen. Vollständig optimierte Daten sind deshalb wichtiger denn je für Sichtbarkeit und einen Vorsprung.
3. Organische Suchergebnisse
Denk an deine eigenen Suchen: Findest du oben auf der ersten Seite das Gesuchte, gehst du fast nie weiter. 33 % der Google-Klicks entfallen auf das erste organische Ergebnis.
Suchmaschinen sind eine hervorragende Traffic-Strategie. Organische Besucher brauchen SEO, das alles von Suchbegriffen bis Ladezeiten berücksichtigt.
Die erste Google-Seite zu erreichen ist schwierig. Diese Techniken erhöhen deine Chancen:
. Suchbegriffe
Ich bin dein idealer Kunde und suche genau dein Angebot. Ich muss dich nur finden. Schön wäre es, wenn Suchmaschinen das so einfach machten. Doch sie brauchen Hilfe: Verdeutliche durch Optimierung, dass deine Seite genau die gesuchten Produkte oder Leistungen verkauft.
Finde heraus, für welche Begriffe führende Wettbewerber ranken und welche zu deiner Landingpage und deinen Produkten passen. So sehen die richtigen Menschen deine Werbung und Google bewertet sie positiv.
. Titel und Metabeschreibung
Ermittle erfolgreiche Wettbewerberbegriffe und nutze ähnliche Wörter in Seitentiteln und Metabeschreibungen.
Das sind kurze HTML-Bestandteile jeder Seite. Wie Buchtitel und Klappentext erklären sie vor dem Öffnen oder Anklicken den Inhalt, wie im folgenden Suchbeispiel.
Sie fassen Seiten zusammen, damit Nutzer beurteilen können, ob ein indexiertes Ergebnis die gesuchten Informationen enthält.
Vergib sie für den Shop, jede Seite und Unterseite. Gute Texte zeigen dein Angebot und ob es zur Suche passt. Wer mehr über dein Unternehmen erfahren möchte, weiß dadurch auch, wo er nachsehen muss.
. Rich Snippets
Eventuell brauchst du einen Entwickler zur Aktivierung. Prüfe, ob dein Theme strukturierte Daten verwendet und Rich Snippets unterstützt. Teste die Website mit Googles Structured Data Testing Tool.
Im Shopify App Store findest du außerdem Plugins zur Optimierung.
4. Großartige Inhalte veröffentlichen
Hochwertige Inhalte können Kunden in deinen Shop bringen. Sie helfen, deine Marke als Branchenführer zu positionieren, und fördern Interaktionen sowie Beziehungen mit bestehenden Kunden.
Googles Algorithmus mag Websites, die häufig Inhalte veröffentlichen, was die Chance auf Suchvorschläge erhöht. Inhalte können Videos, Podcasts, E-Books oder Blogbeiträge sein.
5. Gastbeiträge veröffentlichen
Biete Gastartikel oder Expertenbeiträge für Blogs deiner Nische an. Vereinbare Links auf deine Website, denn darüber kommen Besucher.
Das schafft Kontakte, führt deren Kunden zu dir, erhöht Glaubwürdigkeit und verbessert durch zusätzliche Links das SEO-Ranking.
Konzentriere dich auf große Blogs nahe deiner Nische, damit Besucher auch kaufen. Verkaufst du eine Abo-App, sprich beispielsweise Entwickler von Händler-Onlineshops an. Händler, die deinen Beitrag dort lesen, könnten deine für sie bestimmte App übernehmen.
Verwende Links bedacht und liefere gehaltvolle Beiträge mit deiner eigenen Stimme und Perspektive.
6. Kostenloser Anzeigentausch
Tausche Sichtbarkeit mit anderen Unternehmen. Mit einer App wie Instant Traffic & Ads von Eggflow aus dem Shopify App Store zeigst du fremde Anzeigen, während andere Shops deine anzeigen.
Ich mag Anzeigen selbst nicht besonders. Diese sollten aber wenig stören, weil sie unten erscheinen und nur 30 Sekunden dauern.
7. Vorbestellungsseiten erstellen
Je früher eine Seite entsteht, desto früher kann Google sie indexieren, einstufen und organische Besucher schicken. Eine der ersten Produktseiten deiner Branche gewinnt möglicherweise Autorität, besonders mit frühen Links und Teilungen. Das kann den ersten Platz für einen umkämpften Suchbegriff sichern und erhalten.
Deshalb erstellen manche Shops Vorabseiten oder Vorbestellungskollektionen für kommende Produkte wie neue iPhone-Reihen. Damit wollen sie vor und nach dem Start hoch ranken.
8. E-Mail-Marketing
Es bleibt besonders für Onlinehändler wirksam. Käufer sind vielleicht verkaufsmüde, doch eine gut geschriebene Nachricht kann positiv wirken und nach dem Kauf Interesse erhalten.
Erstelle und versende Nachrichten direkt mit Shopify Email in der Verwaltung. Passe Vorlagen an oder erstelle eigene Markenvorlagen und wähle die passenden Empfängergruppen.
Entwürfe speichern sich während der Bearbeitung automatisch und werden erst nach deiner Bestätigung versendet. Du kannst sie auch vorab planen.
Vermeide Spam. Nutze Newsletter für neue Produkte, Angebote und weitere Neuigkeiten, damit Kunden wiederkommen und dich weiterempfehlen.
9. Sonderangebote und Rabattcodes
Rabatte, Gutscheine und Angebote stärken Loyalität und Verkäufe.
Codes locken Kunden nicht nur zum Stöbern, sondern zum Kaufen. Kombiniere Angebote mit Umfragen und weiteren Werkzeugen, um Kunden besser zu verstehen, neue zu gewinnen und Interesse oder Desinteresse zu erklären.
Organisiere einen Wettbewerb, bei dem Teilnehmende oder Abstimmende eine Umfrage ausfüllen oder ihre E-Mail-Adresse hinterlassen müssen.
Gewinnspiele steigern Traffic, Follower und Bekanntheit. Ein Instagram-Beitrag kann zum Markieren eines Freundes oder Teilen in Storys auffordern, um eines deiner Produkte zu gewinnen.
Mit Start- und Enddatum wirken Angebote besser. Interessierte handeln dann rasch, um nichts zu verpassen.
10. Offline verkaufen
Viele Onlinehändler verkaufen erfolgreich offline. Ein eigener Laden ist unnötig: Ein Messestand reicht, um Visitenkarten mit QR-Code oder Websiteadresse zu verteilen.
Glückwunsch, wenn diese kostenlosen Methoden Besucher zu dir bringen!
WICHTIGE GRÜNDE FÜR WENIG TRAFFIC
Wenige oder keine Besucher bedeuten wahrscheinlich keine Verkäufe. Hast du alle genannten Maßnahmen ernsthaft umgesetzt, prüfe diese möglichen Fehler:
Keine Rückgaberichtlinie
Die erfolgreichsten E-Commerce-Marken zeigen klare Rückgaberegeln. Selbst wenn du Rückgaben akzeptieren würdest, wissen Interessenten das ohne ausdrückliche Richtlinie nicht.
Erstelle faire, klare Regeln, die keine Seite übermäßig benachteiligen, und verlinke sie leicht auffindbar.
Die falsche Zielgruppe
Falsche Empfänger klicken nicht oder verlassen den Shop ohne Kauf. Verkaufst du beispielsweise Beauty-Aboboxen an ein Publikum aus Männern und Frauen, besuchen oder kaufen möglicherweise 50 % — die Männer — nicht. Diese Mühe wäre bei Frauen zwischen 15 und 45 vielleicht besser eingesetzt.
Entwickelst du Händlershops, wäre Werbung für alle Internetnutzer große Verschwendung gegenüber gezielter Ansprache der Suchenden.
Demografische Recherche zeigt deshalb, welche Verbraucher zu deinem Angebot passen.
Kein Navigationsmenü
Zu viele einzelne Seitenlinks auf der Landingpage statt eines Auswahlmenüs sind ebenso schlecht wie schwierige Wege zwischen Produkten. Beides beeinträchtigt Traffic und Verkäufe erheblich.
Erstelle mit Shopify Navigation ein intuitives Menü, das Kunden so lange einkaufen lässt, wie sie möchten.
Schlechtes Shopdesign
Kennst du Herstellerwebsites, besonders aus China für Dropshipping-Produkte? Manche vernachlässigen Gestaltung und brauchen ewig zum Laden.
Allein lange Ladezeiten können die Absprungrate erhöhen. Schlechtes Design kann zusätzlich vom Kauf abschrecken.
Shopify bietet zwar gute Vorlagen, doch du musst Zeit investieren und die Layouts ansprechend nutzen.
Schlechte Bild- oder Videoqualität
Sie kann deinem Ruf schaden. Im E-Commerce musst du professionell wirken; schlechte Bilder können einen falschen Eindruck deiner Produkt- oder Servicequalität erzeugen.
Unprofessionalität hilft keiner langfristigen Geschäftsbeziehung. Menschen könnten vermuten, dass Bilder nicht von dir stammen. Kannst du keine eigenen aufnehmen, lade zumindest hochwertige herunter.
Schlechte Feeds
Datenfeeds sind Dateien mit bestimmten Produktinformationen. Sie halten Shops und Anzeigen aktuell und schöpfen deren Potenzial aus.
Fehlende Beschreibungen, ausverkaufte Produkte oder falsch dargestellte Varianten können den Shop erheblich gefährden. Anzeigen überzeugen dann weniger und bringen kaum Besucher, sofern sie überhaupt gezeigt werden.
Optimiere deine Feeds oder ziehe eine Drittanbieter-App hinzu.
Schwer auffindbare Social-Media-Links
Du folgst einer interessanten Anzeige, findest aber keine klare Anleitung zum Kaufen, Kontaktieren oder Handeln. Ohne Handlungsaufforderung ignorieren Kunden möglicherweise deine Aktionen.
Definiere deshalb vor jeder Anzeige das Endziel und gib immer eine Handlungsaufforderung.
Keine Informations- oder Kontaktseite
Ein Shop ohne Telefonnummer, E-Mail oder Kontaktweg macht mich misstrauisch. Andere Käufer werden vermutlich ebenfalls ungern ihre Debitkartendaten angeben.
Fehlende Erreichbarkeit verhindert Fragen und schafft eine erhebliche Lücke zwischen Marke und Kunden.
Deshalb ist auch eine gute Über-uns-Seite wichtig: Erzähle deine Geschichte und präsentiere die Marke. Kannst du weder Telefon noch E-Mail veröffentlichen, erstelle ein einfaches Kontaktformular.
ABSCHLIESSENDE GEDANKEN
E-Commerce wächst weiterhin schnell und macht über 14 % der weltweiten Einzelhandelsverkäufe aus, gegenüber 10,7 % im Jahr 2019. Um Traffic herrscht Wettbewerb, aber auch große Nachfrage und Platz für deinen neuen Shop.
Mehr Onlinekäufe bedeuten mehr Traffic. Ein kleineres Marketingbudget als bei Wettbewerbern schließt einen Vorteil nicht aus. Ich hoffe, die beschriebenen kostenlosen Methoden bringen Besucher und tragen zum Erfolg deines Shops bei.





